Hilfe kennt keine Gemarkung / SC 08 Reilingen unterstützt Hartmann - Baumann - Schule

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Bild:Lenhardt
Das Leid der Menschen, die unter dem Krieg in der Ukraine leiden, ob vor Ort oder ob ihnen die Flucht gelungen ist, lässt niemanden kalt. Die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist groß und macht auch nicht vor Gemarkungsgrenzen halt. Wie am Beispiel der Hartmann-Baumann-Schule eindrucksvoll zu sehen war, in der aktuell drei Kinder aus der Ukraine am Unterricht teilnehmen.
Als Marie Kief, die zum Kollegium der Schule am Kraichbach gehört, die Kinder auf dem benachbarten Schulhof das erste Mal sah, hat sie das tief bewegt. Aus dem Krieg geflüchtet, traumatisiert und in der Fremde gelandet – wie traurig, schilderte sie abends ihrem Mann Uli Kief und gemeinsam war das Ehepaar überzeugt, hier muss geholfen werden. Über Maries Studienkollegin Manuela Sprotte, die an der Baumann-Schule unterrichtet, nahmen sie Kontakt auf und erkundigten sich, was benötigt wurde.
Uli Kief, der mit seinem Team des SC 08 Reilingen schon Hilfe für die Menschen im Ahrtal organisierte, einen Hilfstransport in die Ukraine auf die Beine stellte und immer da ist, wenn die Not ruft, trommelt gleichzeitig die 08-Familie zusammen und startete einen Spendenaufruf. Und er nahm Kontakt zu Taner Togan auf, dem Inhaber von Evlins Schreib- und Spielwaren in der Heidelberger Straße. „Der einzige Laden hier, der Schulranzen hat“, schildert Kief im Gespräch mit unserer Zeitung und verweist auf frühere Aktionen, bei denen sich Togan großzügig zeigte und Ranzen spendete. Auch diesmal ließ er sich nicht lange bitten und steuerte vier Ranzen zu dem Projekt für die Baumann-Schule bei.
Und so konnten die Mitglieder des Reilinger Sportvereins Marcus Roth, dem Rektor der Baumann-Schule, einen ganzen Stapel mit Spenden übergeben, vom Ranzen über Unterrichtsmaterial bis hin zum Sportbeutel, ohne den ein Unterricht nicht möglich ist. Und 300 Euro Bargeld für weitere Besorgungen gab es obendrein.
Zwar sind es derzeit nur drei Schüler aus der Ukraine, die an der Grundschule unterrichtet werden, doch der Schulleiter ist sich sicher, dass es mehr werden. Die drei Schüler, ein Mädchen und zwei Jungs, sind privat bei Verwandten untergebracht, was den Vorteil bringt, dass eine Cousine, die ebenfalls an der Schule unterrichtet wird, das dolmetschen übernimmt.
Kinder behutsam integrieren
Ansonsten, merkte Roth an, hilft man sich im Kollegium mit Gebärden und Zeichensprache. Zudem würden die Kinder momentan eher zaghaft in den Sport- und Kunstunterricht integriert, im Mittelpunkt stehe eindeutig die Sprachförderung, der Deutschunterricht. „Die Kinder lernen gut“, schildert Roth seine Eindrücke nach der zweiten Woche und ist sich sicher, dass es bald mit der Verständigung klappt, die ersten Worte gehen den jungen Ukrainern schon flüssig über die Lippen.
Auch wenn es derzeit nur drei Flüchtlingskinder sind, Roth ist überglücklich über die Spendenaktion aus der Nachbargemeinde, kann er sich doch damit einen kleinen Vorrat anlegen. Der Schulleiter spricht von einem Starterkit, bestehend aus einem Grundbestand an Schulmaterialien, der es der Schule erleichtert, schnell auf neue Schüler reagieren zu können. Roth spricht von einem niederschwelligen Instrument der Hilfe, schnell und unbürokratisch und ohne Anträge oder anderen Aufwand.
Grundsätzlich, so die Überzeugung von Roth, der zugleich geschäftsführender Schulleiter der Hockenheimer Einrichtungen ist, gelte es, Strukturen zu schaffen, ein Netzwerk aus Dolmetschern und Ehrenamtlichen zu schaffen, das den Kindern die Teilhabe ermöglicht. Denn Fakt ist, die Kinder aus der Ukraine haben ein Recht auf Bildung und ihnen dies zu gewähren, ist der Wunsch aller Akteure. Wobei Roth die Schulen vor Ort und in der Region noch am Anfang sieht, es werden mehr Kinder kommen, ist er überzeugt und setzt auf einen Austausch, bei dem Grundschulen, Kommunen und Kreis in einem Boot sitzen.
Aktuell konzentrieren sich die Bemühungen auf die drei jüngsten Mitglieder der Schule. Weshalb Roth von einer „Superaktion des SC 08“ spricht. Und Vorsitzender Uli Kief freut sich über seine Mitglieder, „die gezeigt haben, welche Kraft in dem Verein steckt.“

Statement vom Rektor

"Lieber Herr Kief,
 
ganz herzlich danke ich Ihnen und dem Team des SC 08 Reilingen für Ihre großzügige Spende für die Kinder aus der Ukraine.

Ihre Spende hat bei den Kindern leuchtende Augen und ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Nach der Spendenübergabe haben die Kinder mit großer Freude ihre Geschenke betrachtet und teilweise auch ausprobiert (z.B. den Füller). Auch den Eltern, die ihre Kinder nach dem Unterricht abholt haben, war eine große Dankbarkeit anzumerken.

Ihr vorbildliches Engagement ermöglicht es den Kindern ohne Hürden und sozialen Einschränkungen am Unterricht teilzunehmen.

„Hilfe kennt keine Gemarkung“ titelte die Schwetzinger Zeitung anlässlich der Berichterstattung zur Spendenaktion. Damit hat die Zeitung es auf den Punkt gebracht und zugleich das Besondere der Aktion des SC 08 Reilingen hervorgehoben.

 

Nochmals herzlichen Dank für alles!

Viele Grüße

Marcus Roth"

 
 
Marcus Roth, Rektor
Hartmann-Baumann-Schule


 

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